Erhöhter Augendruck

Informationen zu Augendruck

Der Augendruck erzeugt die prall-elastische Festigkeit des Augapfels. Bei erhöhtem Augendruck schwindet der Sehnerv. Den Sehverlust, anfangs nur im peripheren Sehen, merkt der Betroffene meist zu spät. Einmal eingebüßtes Sehvermögen lässt sich nicht zurückholen. Man kann medikamentös und in schweren Fällen auch chirurgisch helfen.

Das Auge braucht einen gewissen Druck (9-21mmHg), damit der Augapfel prall elastisch ist und seine Form aufrechterhält. Das Auge hat ja kein Skelett. Der Formerhalt ist auch deshalb wichtig, weil eine wellige Oberfläche der Hornhaut die Abbildungsqualität des Netzhautbildes beeinträchtigen würde. Zu hoher Augendruck aber schädigt das Nervengewebe und die Durchblutung des Augapfels. Man erkennt lange bestehenden erhöhten Augendruck an der blassen und stark ausgehöhlten Sehnervenpapille. Der Patient bemerkt die seitlichen Gesichtsausfälle zunächst nicht. Erst im Spätstadium ist das zentrale Sehen betroffen. Dann kommt jede Hilfe zu spät. Der Schaden ist irreversibel.

Normale der Sehnervenpapille mit den Blutgefäßen der Netzhaut
krankhaft ausgehöhlter, heller Sehnervenkopf

Die Bilder zeigen den Sehnervenkopf: Unten mit wie er normalerweise aussieht; links wie er aussieht, wenn der Augendruck lange Zeit zu hoch war. Der Unterschied besteht in der Erweiterung der Aushöhlung. Rechts ist die Vertiefung (hellgelber Anteil) queroval, umgeben von rosigem Randsaum. Oben ist die Vertiefung größer. Der rosige Randsaum fehlt. Dann ist stets auch mit blinden Flecken im Gesichtsfeld zu rechnen.

Wann können wir helfen?

Hier einige typische Fragen, bei denen wir helfen können:

  • Mein Augenarzt hat mir drucksenkende Tropfen verordnet. Muss ich die unbedingt anwenden?
  • Mein Augendruck ist gar nicht oder kaum erhöht, trotzdem soll ich tropfen. Muss das sein?
  • Die Augentropfen brennen. Gibt es verträglichere Alternativen?
  • Mein Augendruck ist zwar leicht erhöht, ich brauche aber nicht zu tropfen. Gefährde ich mich da nicht?
  • Mein Augendruck ist gar nicht erhöht, trotzdem soll ich tropfen. Ist das nötig?
  • Mein Augendruck liegt trotz der Augentropfen weiter erhöht. Muss ich was ändern?
  • Ich soll mich wegen des Glaukoms operieren lassen. Kann ich das vermeiden?

Was sind übliche Symptome?

  • Die chronische Augendruckerhöhung (Glaukom, „grüner Star“) merkt man anfangs nicht. Man spürt keine Ausfälle. Das ist das Gefährliche am erhöhten Augendruck.
  • Im fortgeschrittenen Zustand entstehen blinde Stellen im peripheren, seitlichen Sehfeld, schließlich auch zentral. Im Endstadium werden gelegentlich „graue Nebelschleier“ bemerkt. Schließlich droht Erblindung.
  • Die akute Augendruckerhöhung (Anfalls-Glaukom, Winkelblockglaukom) macht gelegentlich Schmerzen, Unscharf Sehen, Sehen farbiger Ringe.

Fallstricke

  • Die Diagnose „Glaukom“ verlangt neben dem Augendruck auch weitere Parameter auszuwerten (Gesichtsfeld, Vermessung des Sehnervenkopfes, Durchblutung des Auges, Familienanamnese, eventuell auch noch Bildgebung des Kopfes).
  • Man kann auch bei normalem Augendruck ein Glaukom haben, sogenanntes „Niederdruckglaukom“.
  • Man kann trotz leicht erhöhten Augendruckes kein Glaukom haben („Okuläre Hypertension“).
  • Die konservative Druckeinstellung mit Augentropfen, verlangt eines oder mehrere sich in der Wirkung ergänzende Präparate.
  • Ob die drucksenkende Therapie erfolgreich ist, kann nicht allein anhand des Augendruckes beurteilt werden. Gegebenenfalls muss ergänzend das Gesichtsfeld untersucht und die Sehnervenpapille in Abständen ausgemessen werden.
  • Konservativ – mit Augentropfen – nicht befriedigend einstellbarer Augendruck verlangt operative drucksenkende Maßnahmen. Hier gilt es Wirkung und Risiko der unterschiedlichen Eingriffe abzuwägen.
  • Anders als das akute Winkelblockglaukom ist das chronische Glaukom lebenslang behandlungs- und kontrollbedürftig.

Unser Experte bei Augendruck

Christoph Faschinger

Experte für den vorderen Augenabschnitt, Spezialist für Glaukom/“grüner Star“